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Samstag, 22. November 2014

Herbst in Seoul.

Hallo ihr Lieben!

Es ist schon Ende November und in weniger als 9 Wochen komme ich dann auch schon wieder nach Hause! Wuhu! Ich freu' mich schon sehr. Aber solange ich noch hier bin genieße ich den koreanischen Herbst, so gut es geht. Der Herbst dieses Jahr in Seoul ist so ein Herbst, wie wir uns ihn jedes Jahr in Deutschland wuenschen: Kaum Regen, fast jeden Tag strahlenden Sonnenschein, wenig bis viel Wind und traumhaft schön gefärbte Blätter in ganzen Gelb-Orange-Rotem Farbspektrum. Während bei uns die Blätter meist gelb werden und dann ganz schnell braun gibt es hier extrem viele Bäume die tiefrote oder sonnengelbe Blätter bekommen! Ich erfreue mich schon den ganzen November an der Farbpracht und habe ein paar Bilder für euch geschossen :)

Ausblick von meinem Fenster aus:



Ein paar Schnappschüsse vom Campus aus mit meinem Handy:






Die letzten zwei Wochen ist es dann auch recht kalt geworden, besonders sobald die Sonne untergeht! Da die Sonne immer noch sehr viel scheint am Tage ist es recht angenehm aber sobald es dunkel wird sinkt die Temperatur extrem und wir haben nur noch 3°C. Das war teilweise etwas problematisch wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin... entweder tagsueber schwitzen oder in der Nacht frieren. So einen richtigen Kompromiss gibt es nicht. Durch die Kaelte bin ich leider in die Versuchung gekommen und habe mir eine neue Winterjacke gekauft (Gut dass ich meine dicke Winterjacke aus Deutschland mitgeschleppt habe!! .......) Aber konnte ja keiner ahnen, dass die Jacken in Korea so guenstig sind! Es gibt außerdem viel coolere Mäntel etc als in Deutschland. Ich wuerd gern noch mehr kaufen aber ich hab keine Ahnung wie ich das nach Deutschland kriegen soll also lass' ich das. Ich hab mir einen mintgruenen Parka gekauft weil ich a) Parkas liebe und b) in Deutschland oder sonst irgendwo noch nie eine Winterjacke in mintgruen gesehen habe. Sie ist sehr dick, innen komplett mit fluffig weißem Innenleben ausgestattet und hat eine gigantische weiße (falsche) Fellkapuze :)

Da ich im Winter meist schwarz oder andere dunkle Farben trage, wirkt das nicht mehr so deprimierend. Ein Farbklecks im Winter kann nun wirklich nicht schaden, oder? :) Meine Haare sind schon wieder fast schulterlang und ich ueberlege ob ich sie lang wachsen oder kurz abschneiden soll... ich kann mich einfach nicht entscheiden. Ueber mein Wochenende mache ich morgen oder so noch einen eigenen Post, wobei die meisten von euch schon wissen, wo ich war.

Liebste Grüße!

Sam

Donnerstag, 13. November 2014

Sich Mal Etwas Wagen: Aushilfe als Internationaler Supporter beim Sayul Korea Night Konzert

Hallo ihr Lieben!

Es ist November! Die erste Novemberwoche ist schon fast rum [ich habe den Post letzte Woche angefangen zu schreiben....] und ich hab langsam dann auch genug und moechte zurueck nach Hause. Hier ist es zwar schoen und ich habe eine gute Zeit, aber da ich nun seit einem Jahr und einem Monat unterwegs bin hab ich langsam wirklich genug und mag nach Hause. Zum Glueck besuche ich in 6 Wochen Pachi in Japan, da faellt mir das Warten dann fast gar nicht so schwer denn ich habe ja jetzt endlich jemanden in meiner Zeitzone! (Auch wenn Pachi momentan wegen des Jetlags um 19 Uhr ins Bett geht...)

Wie einige von euch wissen, habe ich vor zwei Wochen als Internationaler Supporter und Stage Staff bei einem koreanischen Konzert ausgeholfen. Ich habe online gesehen, dass sie nach Hilfe suchen, die Englisch sprechen und habe mich kurzerhand beworben da ich Lust darauf hatte. Habe sowas zwar noch nie gemacht, aber egal! Das ganze wurde von Sayul veranstaltet, einer NGO die zum Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus in Korea gehoert.  Wir hatten ein paar Meetings vor dem Konzert um alles zu besprechen, einen Plan aufzustellen etc. 

 Die Gruppe bei einem der Vorbesprechungsmeetings. Neben mir direkt sitzt Arim, die eine gute Freundin von mir werden sollte :)



Wir wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt und ich war Teil des Bühnenteams. Am Tag des Konzerts musste ich deshalb von frueh bis spaet arbeiten, da zuerst natuerlich der Soundcheck + Generalprobe stattfand, der eigentliche Plan festgelegt wurde und dann ab 18:30 das Konzert losging. Das Konzert war umsonst und an auslaendische Studenten gerichtet, um ihnen die koreanische Kultur naeher zu bringen.

Es war spannend mal hinter den Kulissen zu arbeiten und ich war ehrlich gesagt erstaunt, wieviel Vorbereitung selbst so ein kleines non-profit Konzert benoetigt! Ich hatte alle Haende voll zu tun und dank der Generalprobe kam ich auch in den Genuss aller Darstellungen - beim eigentlichen Konzert war ich ja Backstage und habe auf meine Einsaetze gewartet, die daraus bestanden, im Dunkeln das jeweilige Buehnenbild auf- bzw. wieder abzubauen. Alles war genau auf die Sekunde getaktet.

Beim Vorbereiten früh morgens... Plakate in der Gegend verkleben. Wir haben alle eine schwarze Strickjacke geschenkt bekommen, auf der hinten die Organisation Sayul, die das Konzert organisiert hat, steht.

Der Ablauf des Konzerts hat sich im Laufe des Tages staendig veraendert und da ich ja das Buehnenbild auf- bzw. wieder abbauen musste, musste ich mir genau merken wer wann dran war damit ich weiß wieviele Mikrophone, Stuehle etc. benoetigt werden.


Das Konzert war ja an auslaendische Studenten gerichtet und als kleines Geschenk gab es fuer jeden Gast ein koreanisches Kinderbuch! Das fand ich persoenlich eine richtig schoene Idee. Ratet, wer diese ganzen Buecher schrubben durften (sie wurden gebraucht gekauft und sahen dementsprechend aus.) Dafuer dass ich hunderte Buecher geschrubbt habe, habe ich mir dann auch drei mitgenommen :D



Generalprobe, wer sieht mich? Na? Naa? (Tip: Oben rechts) Ganz am Ende des Konzertes sollten alle Helferlein auf die Buehne kommen und gemeinsam ein koreanishces Lied singen als Abschluss des Abends. Nachdem rauskam, welch große Begabungen ich musikalischer Natur besitze, wurde ich von der ersten in die hinterste Reihe verfrachtet... (ich fuehle mich verkannt.)

DAS KONZERT

 Direktor Nam begrüßt die Gaeste 

 Taekwondo-Performance

 Koreanische Trommelperformance (der Kleine war so süß!)


 Samulnori, traditionelle koreanische Trommel und Percussion Performance

 K-pop Tanzperformance

Traditioneller koreanischer Faechertanz

Arirang - traditionelle koreanische Musikperformance

Die Saengerin traegt einen Hanbok, ein traditionelles Gewand, das heutzutage noch bei Hochzeiten, Zeremonien und natuerlich besonderen Performances getragen wird. Es gibt verschiedene Hanboks je nach Anlass oder Jahreszeit - immer jedoch sind sie sehr bunt gefaerbt. Beim Soundcheck habe ich ein paar Videos gedreht wenn ich gerade nichts zu tun hatte, deshalb hier also das Video zu einem Teil der Arirang Performance (die ganze Performance ging ca. 10 Minuten lang) damit ihr euch das besser vorstellen koennt: (Der Ton war in echt natuerlich besser, das hat mein Handy nicht 100%ig hinbekommen aber ihr bekommt das Gefuehl denke ich ;) )



...Ende des Konzerts bei der alle Helferlein zusammen auf die Buehne kommen - ich bin ganz links, jedoch nicht mehr auf dem Foto mit drauf.

Das gesamte Team hinter der Buehne + Moderatoren in traditioneller Kleidung :)

Zum Schluss gibt es ein "Making Of" Video, dass uns Helferlein bei unseren Arbeiten zeigt, bevor das Konzert so richtig losgeht. Wer genau hinsieht kann mich auch 2-3x erspaehen :) Alles in allem war es eine super Erfahrung und ich bin sehr froh, dass ich  mich dafuer freiwillig gemeldet habe! Sowohl das Konzert als auch die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe eine Menge neue Dinge ueber koreanische Musik und Kultur gelernt :) Ich hoffe euch hat es auch Freude bereitet!


Beitrag von SAYUL.

Mittwoch, 12. November 2014

Abitur in Südkorea [Suneung] oder auch: Die Vorhölle zur Uni.

Hallo ihr Lieben!

Bevor ich endlich von dem Konzert erzaehle, bei dem ich mitgeholfen habe, heute mal ein etwas anderer Post, denn morgen ist der wichtigste Tag in dem Leben aller Schueler der Oberstufe in Korea, naemlich das nationale Abitur. Abitur, bzw. Bildung in Korea laeuft alles ein klein wenig anders als bei uns. Anfangen tut es mit einem extremen Leistungsdruck sobald man auf die Schule kommt. Viele Eltern haben von vornherein bestimmte Vorstellungen fuer die Karrieren ihrer Kinder und sind dementsprechend streng. Im Gegensatz zu Deutschland besuchen fast alle Koreaner die Oberstufe und machen das Abitur (ca. 95%) - und so gut wie alle davon gehen danach auf eine Uni, naemlich auch circa 95%. Waehrend in Deutschland das Fach und die Leistungen entscheidend sind, ist in Korea der Name der Uni wesentlich wichtiger. Ziel ist es, auf eine der Top 3 Unis des Landes zu kommen: Seoul National University, Yonsei University und meine Uni, die Korea University. Wer es auf eine dieser drei Unis schafft, muss sich danach nicht mehr so extreme Sorgen um die berufliche Zukunft machen.

Aber zurueck zur Schulbildung: Ab Eintritt in die Oberstufe wird primaer fuer das Suneung, das nationale Abitur, gepaukt. Pauken bedeutet: Von 7 Uhr morgens bis 16 Uhr im Unterricht sitzen und danach bis durchschnittlich 2 Uhr nachts lernen (auch Samstags) bis es wieder um 7 in die Schule geht. Fast jede Schule hat sogenannte Leseraeume, die 24h genutzt werden koennen; diese werden teilweise von den Eltern gemietet, sodass man dort ungestoert lernen kann (eigentlich keine schlechte Sache an sich.) Zudem gibt es Nachhilfeschulen und kleine Hostels, in die manche Schueler sich fuer ein paar Monate einmieten, um ungestoert lernen zu koennen. Ich habe mich vorhin mit einer Bekannten unterhalten und sie meinte, dass sie circa 3 Jahre lang von 7 Uhr morgens bis um Mitternacht jeden Tag gelernt hat. Den einen Monat, den ich fuers Abi gelernt habe, ist lachhaft und unvorstellbar in den Augen meiner koreanischen Mitmenschen hier.

Wenn man diese Hoelle des Lernens dann geschafft hat, dann kommt irgendwann der große Tag: Suneung. Im Gegensatz zu Deutschland wird das nationale Abi in ganz Korea gleichzeitig an einem einzigen Tag geschrieben, circa 10 Stunden lang (mit Pause, ausnahmsweise.) An diesem Tag, der dieses Jahr auf den 13.11. faellt, gehen die meisten Menschen spaeter zur Arbeit, damit die Schueler alle rechtzeitig in die Schule kommen. Wenn man spaet dran ist, dann faehrt einem umsonst ein Taxi am Bahnhof oder sogar die Polizei, wenn greifbar, mit Blaulicht in die Schule. 

An der Schule angekommen warten dann die Schueler der unteren Stufen und feuern die Prueflinge mit Plakaten etc. an. Im Gegensatz zu Deutschland ist das Abi hier groeßtenteils Multiple Choice zum Ankreuzen, weshalb man es auch in einem einzigen Tag durchfuehren kann. Waehrend hingegen bei uns Aufgaben seitenlang mit Argumentationen bearbeitet werden muessen, fragt das Abi hier eher Wissen ab als kritisches Denken. Nach Koreanisch und Mathe gibts eine kurze Pause, dann geht es weiter mit der Englischpruefung. 

Bei der Englischpruefung gibt es einen Hoerteil, der circa 20 Minuten andauert. In dieser Zeit darf kein Flugzeug landen oder starten, damit die Geraeusche die Schueler nicht stoeren oder ablenken. Stellt euch das mal vor!! Da wird dann der ganze Flugbetrieb lahmgelegt in der Zeit. Das Abi ist wirklich wichtig hier.

Die Sache ist allerdings: Nicht jeder kann extrem gut abschneiden. Je nachdem, wie die Ergebnisse der anderen Studenten sind, wird man eingestuft: lediglich 4% aller Schueler koennen die beste Note erhalten, 7% die zweitbeste, und so weiter. Wie das genau funktionieren soll, weiß ich nicht. Auf meine Frage, was denn passiert wenn theoretisch alle Schueler 100% haetten, wurde mir nicht geantwortet. Also selbst wenn man richtig gut war, kann es sein, dass man schlechter eingestuft wird, da der Rest einfach besser war. Oder so. So ganz verstehen tue ich das nicht.

Waehrend die armen Schueler also in der Schule sitzen und den groeßten Streß ihres Lebens ausstehen, gehen die Eltern in den Tempel und beten und Spenden Geld fuer ein moeglichst gutes Pruefungsergebnis. In Suedkorea haengt alles von dieser einen Pruefung ab: Sie entscheidet, auf welche Uni man geht und die Uni entscheidet von vornherein, wie weit man es beruflich spaeter bringen kann oder eben auch nicht. Man kann die Pruefung jedoch theoretisch jedes Jahr wiederholen, um auf eine bessere Uni zu kommen. Die Zeit dafuer haben jedoch die wenigsten: Aehnlich wie in Korea ist das Alter "vorgegeben". Zwar kann man theoretisch auch mit Mitte 20 anfangen zu studieren, dies wird jedoch in Korea nicht gut betrachtet. Aus diesem Grund geht es deshalb auch von der Schule in die Uni - nicht so wie bei uns, wo inzwischen gefuehlt jeder erstmal ein Jahr Pause sich nimmt.

Interessant sind auch, wie die Pruefungsaufgaben zustande kommen: Lehrer, die die Aufgaben konzipieren, fahren fuer einige Wochen zu einem bestimmten Ort, wo dann abgeschottet von der Außenwelt (kein Handykontakt, nichts.) die Aufgaben konzipiert werden. Das Essen dort soll dafuer sehr gut sein. Finde ich persoenlich ein wenig uebertrieben, aber gut...

Nach der Pruefung gibt es dann in ganz Korea ueberall Sonderangebote fuer die Schueler verguenstigt ins Kino etc. zu kommen - morgen Abend sollte man also besser zuhause bleiben. Sich betrinken werden die meisten wohl nicht, da mit 18 Alkohol trinken noch  nicht erlaubt ist. Abends werden dann im Radio die richtigen Antworten der Pruefungen vorgelesen.

Alles in allem nimmt man das Abitur hier wahnsinnig ernst. Ich persoenlich finde es nicht so sinnvoll, wenn das ganze Leben von einer einzigen Leistung mit circa 18 Jahren abhaengt, zumal das meiste nur stupides Auswendiglernen ist. Dadurch, dass die Schueler so extremen Streß ausgesetzt sind, machen sie, sobald sie an eine gute Uni gekommen sind, erstmal gar nichts mehr. An den meisten Unis werden sowieso gute Noten vergeben (man muss ja zeigen, dass von einer guten Uni nur gute Studenten kommen!) solange man regelmaeßig zum Unterricht kommt. Viele Koreaner schlafen in der Uni, sitzen nur ihre Zeit ab oder betrinken sich sehr haeufig. Nach dem ganzen Streß vor der Uni kann man das auch irgendwo nachvollziehen.

Ich werde morgen also gemuetlich zuhause bleiben und in Gedanken den 700,000 Schuelern, die morgen antreten muessen, viel Erfolg wuenschen.
Liebe Grueße nach Hause!

Sam

Montag, 20. Oktober 2014

Der September im Schnelldurchlauf.

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich euch nun endlich Seoul, Wohnheim und Korea Uni Campus gezeigt habe, koennen wir auch schon dazu kommen was ich so gemacht habe, als Niko dann ploetzlich verschwunden war aus Korea. Die erste Zeit saß ich groeßtenteils im Wohnheim herum weil ich unglaublich kaputt war von dem vielen hin und her reisen un dich bin wirklich froh wenn ich zum letzten Mal(!!!) meinen Koffer packe im Januar. (Gut, also nachdem ich nochmal nach Japan bin... fuer Pachi springe ich ueber meinen reisefaulen Schatten.)

Anfang September habe ich mich mit zwei netten Maedels, einer Kanadierin (links) und einer US-Amerikanerin (mitte) getroffen, die mich freundlicherweise durch Seoul gefuehrt haben. Talor, die nette Dame in der Mitte, kannte ich aus dem Internet (woher auch sonst) und hat gefragt ob ich nicht Lust habe ueber die Feiertage etwas zu machen. Da alle meine Freunde ueber die Feiertage nach Hause gefahren waren - klar! Beide haben mir das eher traditionelle Seoul gezeigt und wir sind zusammen durch das Hanok-Gebiet gelaufen, ein Viertel in Seoul was noch aus den alten traditionellen Gebaeuden besteht (und was Niko und ich verzweifelt zweimal gesucht haben und letztlich kam heraus das wir nichtmal annaehernd richtig waren. Ups. Das Viertel ist wirklich schoen, das haette Niko sicherlich gefallen... aber so ohne Guide ist das alles doch sehr versteckt muss ich sagen.)




Gute Laune! Wir hatten viel Spaß zu dritt.


Ein Café ueber den Daechern von Seoul :)


Wir haben uns eines der alten Gebaeude angesehen, einige davon sind fuer Besucher zugaenglich. Dieses Prachtstueck von Haus war wunderschoen! Eine Mitarbeitern die fließend alle moeglichen Sprachen konnte hat uns die Geschichte des Hauses erklaert und viele andere Dinge (das man versucht, so weit wie moeglich nur die traditionellen koreanischen Elemente beim Hausbau zu verwenden, also Holz, Stein, Leder und Stahl.) Das war super interessant und mal ganz was anderes. Das Haus und besonders der Garten/Terrasse waren sooo schoen! Ich wuenschte ich koennte da in Ruhe meine Masterarbeit schreiben. Zum Ende der Tour gab es einen koreanischen kalten Pflaumentee auf der Terrasse und wir durften solange bleiben wie wir wollten/solange wie es nicht zu voll wurde.

Einen anderen Tag bin ich durch Gruende, die mir nicht mehr einfallen, bei der Ewha-Uni gelandet, eine der beruehmtesten Frauen-Unis in Seoul. Rund um die Ewha-Uni gibt es daher das Shoppingparadies schlechthin: Billige Klamotten, Schuhe, Handtaschen egal wohin man schaut! Die Läden sind alle klein und nehmen nur Bargeld an. Meine Handtaschen kaufe ich nur dort denn alle Handtaschen, egal welche Größe, kosten dort 10,000Won (7€) und die Qualitaet dafuer ist erstaunlich gut. Natuerlich gibt es nicht die allergroeßte Auswahl aber wenn man wie ich, durchs herumreisen nicht alles dabeihat, ist das schon ganz nett wenn man sich ne neue Handtasche oder so fuer die Uni leisten kann :) 


Es gibt dort an der Hauptstraße diverse Essensstaende und mein Auge hat sich festgefahren an diesem gegrillen Huehnchen am Spieß! So groß hab ich das noch nie gesehen. Auf dem Hähnchen sind geschmolzener Käse und Kräuter, jedoch nicht scharf. (Die nette Dame hat extra gefragt ob es spicy sein soll, Lieber nicht, in Korea ist spicy etwas anders als bei uns..) Der Spieß war unglaublich lecker und kam 3000Won (2,30€) wenn ich mich recht erinnere.

An einem anderen Tag habe ich mich mit Haruka getroffen! Haruka hat damals in dem Wohnheim an der Tôkai Uni mit Pachi und mir zusammengewohnt und als ich rausgefunden habe, dass sie seit anderthalb Jahren in Seoul lebt (ich wusste sie lernt Koreanisch) musste ich sie natuerlich treffen! Inzwischen ist sie zurueck nach Japan, aber es war toll sie nach so langer Zeit mal wiederzusehen. Wir waren zusammen beim koreanischen BBQ und waren danach Bing-Su essen was ihr hier sehen könnt: Eine Mischung aus gecrushtem Eis und Milch (schmeckt wie das Vanilleeis von Mini Milk!)


Und dann natürlich.... SUSAN! Wer sich nicht erinnert, Pachi und ich hatten damals an der Tôkai eine gemeinsame Lieblingsperson, naemlich Susan (nicht zu verwechseln mit der deutschen Susann mit zwei n! Das hat schon fuer Verwirrung gesorgt bei Mutti.) Susan also. Pachi und ich lieben Susan, sie ist eine der coolsten Koreanerinnen auf diesem Planeten. Super locker, super witzig und wir waren sehr traurig als sie nach einem halben Jahr damals wieder zurueck nach Korea ist. Die Vorfreude war also riesig sie endlich wiederzusehen! Da sie weiß, dass mein Lieblingsessen Bulgogi ist, hat sie mich dazu eingeladen :)


Bulgogi und Glasnudeln fuer 2 Personen, dazu Beilagen wie Reis, Kimchi, Fischkuchen (was ich ehrlich gesagt immer fuer Ei gehalten habe, hups.) etc.

Susan kennt sich natuerlich supergut aus in Seoul und hat fuer mich eine Purikura-Maschine ausfindig gemacht! Das gibt es hier leider nicht so wirklich wie in Japan, es gibt nur eine Handvoll Laeden wo man das machen kann. Ich war sehr happy endlich wieder wen zum Purikuramachen zu haben!! (Oh und Pachi und ich drehen bestimmt durch wenn wir uns im Dezember wiedersehen und machen 20 am Stueck oder so :D)

Wir waren in Hongdae, was mein Lieblingsbezirk in Seoul ist. Dort kann man alles machen - Shopping gehen, gut Essen, trinken gehen, Kaffee trinken, Karaoke, Purikura, sogar einen Piercingladen gibt es dort (dazu weiter unten mehr,) Wir haben diesen Eisladen gefunden der Monstereis verkauft mit Popcorn drin - wir hatten die beliebteste Mischung, Karamell und Käse. Japp, Käse. Karamell war gut, Käse war.... naja. Recht käsig. Danach sind wir zum Karaoke gegangen - Susan liebt Karaoke und ich war in Japan nur zweimal, da ich niemanden hatte, der meinen Musikgeschmack geteilt hat. Witzigerweise waren wir dann in einem total noblen Karaoke, sogar Susan war erstaunt wie der Raum eingerichtet war! Definitiv das schoenste Karaoke in dem ich bis jetzt war :)



Wieder froehlichst vereint. Gesungen wie in alten Zeiten haben wir!


Susan hat verzweifelt einen Platz gefunden, wo sie rauchen kann (An sich rauchen in Seoul alle auf der Straße/wo sie wollen, aber aus irgendeinem Grund ist das bei Frauen -ungerechterweise natuerlich- total stigmatisiert und den meisten Frauen ist es sehr unangenehm draußen zu rauchen, da sie wohl von den Maennern dann angestarrt werden.) und wir sind deshalb zu einem Chimaek-Platz gegangen - Chimaek setzt sich zusammen aus Chicken und Maekju (Bier) und bedeutet deshalb: Hähnchen und Bier. Mehr gibt es dort auch nicht auf der Karte, wobei es verschiedenste Haehnchensorten gibt (mit Knochen, ohne, mit Soße, scharf etc.) Dummerweise durfte man da auch nicht rauchen. Also stand ich dann mit Susan auf der Straße und habe Maenner angefaucht, die sie dumm angeschaut haben, sowas kann ich ja gut. Wo kommen wir denn da hin.

...und ich konnte es mir dann wirklich nicht nehmen lassen, mir zwei neue Piercings stechen zu lassen, wenn ich schonmal in koreanischer Begleitung bin! (Alleine gehen ist irgendwie doof und traurig.) Ich wollte schon lange etwas am rechten Ohr machen lassen, weil es da so leer war im Gegensatz zum anderen aber mir war das immer zu teuer und es dauert ewig zum abheilen. Hier habe ich fuer beide Piercings 21,000Won (15€) bezahlt, wofuer ich in Deutschland mindestens 60€ bezahlt haette! War auch alles sehr gut, ich kenn mich damit ja ein bisschen aus. Komischerweise haben die beiden nur ein paar Tage wehgetan und seitdem kann ich problemlos drauf schlafen (zum Vergleich, andere Seite, auf fast derselben Hoehe mein eines Piercing hat 2 Jahre gebraucht bis es voellig abgeheilt war.) Komplett verheilt sind die natuerlich noch nicht, aber bis jetzt doch sehr angenehm.



Und hier dann noch ein paar Schnappschuesse, was ich sonst noch so gegessen habe. Oben sehr ihr gegrilltes Hühnchen mit Zwiebel und gesalzen, daneben ein wunderbarer Donut von Dunkin' Donut. Die mag ich gar nicht soooo extrem gern aber die sind erstaunlich guenstig hier. Unten links war ich anfang September zusammen mit Nico und Flo aus Bonn noch einmal beim BBQ. Rechts war ich beim Shabu-Shabu zusammen mit Herr Park, der uns anlaesslich unserer Ankunft zum Essen eingeladen hat.

So zusammen geschrieben sieht das nach ganz schoen viel aus, so viel kam mir das gar nicht vor! Da war ich irgendwie beschaeftigter als gedacht und habe mehr gegessen, als angenommen. Kein Wunder dass der September so schnell vorbeiging! Wie ich nebenbei in der Uni war, 3 Referate vorbereitet und gehalten und nebenbei noch Koreanisch gelernt habe ist mir im Nachhinein ein Raetsel. Da heute schon der 20. ist wird der Oktober-Schnelldurchlauf nicht allzu lange auf sich warten lassen! Ich hoffe euch allen geht es gut,

Liebe Grueße,
Sam

Sonntag, 28. September 2014

Der lang ersehnte Wohnheimpost.

Hallo ihr Lieben!

Die meisten von euch sind am meisten daran interessiert, wo genau ich denn nun lebe, wie es da so aussieht, was man da so machen kann etc. Nachdem ich endlich die erste Woche(!!) Korea abgearbeitet habe, können wir uns nun solchen Einträgen widmen. 

Wie ihr wisst, ist es das erste Mal im Ausland, dass ich in der Hauptstadt wohne. Das wurde auch wirklich Zeit. Als Berlinerin fällt es mir doch immer ein wenig schwer, ein Jahr lang in der Pampa (Tokai Universität) oder ein halbes Jahr in der sehr-nah-an-Pampa-grenzenden Stadt Tsukuba (okay, und auch Bonn irgendwie..) zu leben von daher bin ich gleich doppelt und dreifach froh, nun mitten in Seoul zu studieren! In Berlin ist mir das gar nicht aufgefallen, schließlich habe ich schon immer in Berlin gelebt und bin dort einfach von der Oberschule auf die Uni gewechselt. Dass die meisten jedoch dafür extra erst einmal umziehen müssen, wurde mir dann erst in den Kursen klar, als so gut wie niemand aus Berlin kam. Um euch eine Vorstellung davon zu geben, wo genau ich mich befinde:

Die Korea Uni ist ein kleines bisschen außerhalb aber immer noch sehr nah am Stadtkern von Seoul. Das meiste spielt sich ueberhalb des Han-Flusses ab wie ihr sehen könnt. Dort befinden sich die großen Unis, Shoppingzentren etc. Ich muss zwar immer umsteigen, da sich auf der Linie 6 keine wichtige Station befindet, aber meistens komme ich mit einmal umsteigen hin. Da man teilweise 10 Minuten oder länger zum Umsteigen braucht bin ich inzwischen richtig gut und habe herausgefunden, wo ich einsteigen muss um direkt bei der Umsteigelinie anzukommen. Wenn ich nicht gerade Kleidung oder etwas besonderes suche, habe ich aber auch alles wichtige in meiner Straße: alle wichtigen Kosmetikläden (natürlich), zwei Drogerien, ein Daiso wo es wirklich alles lebensnotwendige für 1-5€ zu kaufen gibt (von dort sind meine Pfannen, Töpfe, Besteck etc.), Frisöre, Apotheken und und und. Nur einen Buchladen haben wir leider nicht, außer den auf dem Campus (der nur Unibücher hat.) Aber erst einmal zurück zum Wohnheim!


Wie ihr alle wisst habe ich ein Einzelzimmer und teile mir ein Dreier-Apartment (Toilette & Dusche) mit zwei anderen Personen. Soweit zur Theorie. In Realität wohne ich nur noch  mit einer weiteren Person zusammen, einer netten Koreanerin namens Jongwon. Mein Zimmer ist klein, aber völlig ausreichend. Das Bett ist angenehm hart und das allerwichtigste - es hat dicke, schwere Vorhänge. Ich schlafe hier tausendmal besser als in Japan, wo ich jede Nacht mindestens 5x aufgewacht bin wegen Lärm oder Sonne, die in mein Zimmer knallt. Hier höre ich absolut gar nichts, nicht einmal meine Mitbewohnerin, wenn ich meine Tür schließe. Die Fenster sind extrem gut isoliert und das Zimmer wird dank der Vorhänge stockdunkel. Ohne Wecker wache ich hier nur sehr mühselig auf. Leider haben wir keine richtige Decke bekommen, sondern nur diese Wolldecke, die ich demnächst dringend waschen muss, da ich immer noch keinen Bezug dafür auftreiben konnte.. *schauder*

Meine Mitbewohnerin kommt übrigens aus Seoul und hat einen Freund, dass heißt, ich wohne durchschnittlich 3-4 Tage pro Woche komplett allein, da sie zurück nach Hause fährt. Im Endeffekt wohne ich also ganz allein die meiste Zeit, was mir nur ganz recht ist. Morgens treffen wir uns nur am Dienstag, da wir da beide um 9 Uhr aufstehen, ansonsten verpasse ich sie immer da ich immer noch schlafe, wenn sie losgeht. Sie macht auch ihren Master und ist im letzten Semester. Sie studiert Biotechnologie und verbringt die ganze Woche in ihrem Labor und beobachtet dort Dinge. 

 Der Flur. Alles ist neu und sehr sauber.

Die Küche. Es gibt zwei Küchen pro Stockwerk mit jeweils zwei riesigen Kühlschränken. Ich hatte Glück: Ich habe das Apartment genau in der Mitte von beiden Küchen und daher ist es bei mir sehr leise, weil ich niemanden höre. Zudem hat meine Küche einen Wasserspender für kaltes und heißes Wasser - brauche also weder Wasser schleppen noch einen Wasserkocher kaufen! Das hat mich ehrlich gesagt am meisten begeistert, bei meinem Teekonsum, ihr wisst ja. Hinzu kommt, dass die einzige Person, die in dieser Küche kocht, ich bin. Niemand kocht hier. Ich bin die einzige die Töpfe und Pfannen besitzt. Fairerweise besetze ich dehalb auch 1/3 des Kühlschranks, da die anderen eh nur 1-2 Sachen dort drin verstauen. Man kann sich einen Essensplan kaufen und bekommt dann dreimal am Tag essen von der Mensa, die meisten essen aber wohl auswärts da es nicht besonders teuer ist hier. Mein Essensrythmus ist dafür jedoch äußerst ungeeignet - zumal müsste ich jeden Tag diesen Berg runter! Nee. Da schleppe ich lieber jede Woche einmal meinen Einkauf hier hoch.

Der Eingang zum Wohnheim. Es ist schon definitiv das beste Wohnheim, in dem ich je gewohnt habe (und auch das teuerste, dementsprechend.) Am Weg könnt ihr auch bereits sehen, dass es vom Wohnheim hinunter recht steil bergab geht.

 Wie steil es hier runter geht, sieht man leider auf den Fotos überhaupt nicht. Aber glaubt mir: es ist ziemlich steil. Und ziemlich anstrengend. Aber das kennen wir ja schon von ein Jahr an der Tokai, von daher schockiert mich das nicht besonders.
Eine Gehminute (runter) befndet sich ein Konbini, in dem man spontane Gelüste wie Eiscreme um 2 Uhr nachts ausleben kann. Ab und zu kaufe ich mir dort Sandwiches, wenn ich zu lange geschlafen habe und keine Zeit hatte mir Toast zu machen oder M&M's Eiscreme (für 8€!! Aber die schmeckt soooo unglaublich gut...)


Ungefähr 10 Minuten braucht man den Berg hinunter und man gelangt zur Anam Station, wo die U-bahn fährt. Hübsch ist es nicht und nachts sieht es wesentlich besser aus mit all den blinkenden Lichtern. Hier gibt es wie gesagt alles, was das Herz begehrt (weiter die Straße runter): Sehr viele Restaurants, Kneipen, was der Student von heute eben so braucht.

Foto Credit: http://www.wanderingseoul.com/

Weiter unten sieht es dann schon etwas anders aus und man hat in der Straße wirklich alles, was man im Alltag so begehrt. Es gibt drei kleinere Supermärkte hier, aber ich fahre immer zwei Stationen mit der U-bahn nach Wolguk, wo es einen gigantischen Supermarkt gibt, der wirklich fast alles verkauft. Sogar Vitalis-Müsli gibt es dort! Das esse ich jetzt auch, denn als ich letztens da war gab es zum Preis für eine gleich zwei Packungen. (Normalerweise kostet eine 6€ was mir natürlich zu teuer ist. aber 3€ bezahlt man in Deutschland ja auch dafür, von daher war das ein guter Deal.)

Kurzum: Mir geht es und gefällt es hier supergut, definitiv die angenehmste Umgebung von denen ich bisher im Ausland war! Der Berg gibt einem auch ein kleines Training was ja nicht schaden kann. Jetzt muss es nur endlich noch kalt werden, denn wir haben immer noch 27°C jeden Tag (außer als Niko hier war, da war es natürlich kühl.) Ich warte sehnsüchtig auf den Herbst! Im nächsten Post zeige ich euch dann den wunderbaren Campus der Korea-Uni :)

Liebe Grüße aus Seoul!

Sam